Freitag, 27. Januar 2006

¡Hasta la victoria siempre!

Das war das Lebensmotto von Ulises.
Vor einigen Jahren "entdeckte" man bei ihm Krebs. Er kam mit seiner Frau aus Oaxaca, wo er ein Indígena-Projekt betreute, zurück nach Hause, damit man ihn im Falle eines Falles medizinisch gut versorgen konnte.

So manches Mal befand er sich im Krankenhaus in Behandlung, aber er steckte nicht auf. Zuletzt vor etwa 2 Wochen, als er im Krankenhaus schon klinisch tot war, die Ärzte meinten, sie könnten nichts mehr tun (sein Körper war schon voll mit Metastasen), sein Vater aber auf eine Wiederbelebung bestand.
Ulises wachte mit Schläuchen in Mund und Nase auf (er konnte nicht mehr selbständig atmen) und teilte seiner Frau mit (mit Zeichen und auf Zettelchen gekritzelten Nachrichten), dass er so nicht sterben wolle; lieber zuhause (laut Aussagen der Ärzte war das aber unmöglich, weil er nicht mehr ohne die Schläuche auskommen würde).
Innerhalb von zwei Tagen konnten die Schläuche entfernt werden; einen Tag später war er zuhause bei seiner Familie. Weiterhin war er ein Wunder: mit einem Blutzucker-Wert von 8 hätte er eigentlich tot sein müssen.

Heute Nacht ist er verstorben; in den Armen seiner Frau. Er wurde nur 27.

Und wieder habe ich das Gefühl, die Zeit verschwendet zu haben, und mir fällt das Lied "Flüchtig" von BAP ein:
    Keiner woss vum and're övvermäßig vill.
    'T ess och nie furchbar vill jewoode.
    Wemmer nit oppaß, steht en Sanduhr plötzlich still,
    un mer ess öm sing Zick bedroore.

(für Nicht-Kölner:
Keiner wußte vom anderen übermäßig viel.
Es ist auch nie furchtbar viel geworden.
Wenn man nicht aufpaßt, steht eine Sanduhr plötzlich still,
und man ist um seine Zeit betrogen.
)

¡Hasta la victoria siempre, Ule! ¡Si lo lograste!

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