Freitag, 24. Februar 2006

Warum in Mexico Journalisten getötet werden (II)

Gestern morgen leistete sich der "Star-Reporter" Carlos Loret de Mola einen schwerwiegenden fauxpas: er erklärte die eingeschlossenen Minenarbeiter in San Juan de las Salinas, Coah. in einer Live-Schaltung für tot.
Das ist natürlich falsch, und flugs beschwerten sich vor allem Angehörige der Eingeschlossenen für diesen taktlosen Kommentar.

Gestern abend in "Super-Nachrichtenmann" Joaquín López-Dóriga's Sendung wurde deshalb schnell ein Interview von Loret de Mola mit dem Gouverneur von Coahuila aufgenommen, um Loret de Mola zu rehabilitieren.

In dem Interview sagte der Gouverneur aber in keinem Moment, dass die Minenarbeiter tot sind. Er erklärte lediglich, dass die durch US-amerikanische Spezialisten durchgeführten Messungen zu dem Schluß kamen, dass die Luft in der Mine nicht zum Atmen reiche und kein Überleben möglich sei.
Er sprach zwar von "Tod" im allgemeinen, bezog sich aber niemals konkret auf die eingeschlossenen 18 bis 26 Menschen, um die gebangt wurde.

Die Schlußfolgerung der Noticieros Televisa: also hatte Loret de Mola Recht, und die Minenarbeiter sind tot.

Zu dumm nur, dass "Journalisten" in Mexico offenbar eine Sache nicht lernen, und die ist crucial: richtig zuhören.

Womit wir wieder beim Kommentar meines Kollegen wären...

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