Freitag, 21. Juli 2006

Post-Wahlen 2006: PRD-Rechenspiele



Diese Grafik ist Teil der PowerPoint-Präsentation, die eine Kollegin per e-mail bekommen hat und mit der bewiesen werden soll, dass die Auszählung des IFE ein Betrug war.
Sie zeigt die Entwicklung der Auszählung aller Wahllokal-Akten, die um 4.07 Uhr am 6. Juli umschlug in den Sieg von Felipe Calderón.

Der zugehörige Text besagt (ich übersetze):
Die Symmetrie ist perfekt.

Dieses Verhalten vom Typ "Spiegel" ist nicht nur nicht normal, sondern unmöglich in einem Event dieses Typs, in dem die Stimmen "theoretisch" in ungeordneter Reihenfolge gezählt werden.

In den letzten 18 Stunden der Auszählung gab es keinen einzigen Bericht, dass der peje aufholte, und wenn es nur für einen Hunderstel Prozent-Punkt wäre!

Diese Zahlen sind dermaßen plump unmöglich, als ob man eine Münze hundert Mal in die Luft wirft und alle würden auf die gleiche Seite fallen ... Adler oder IFE!

Soweit die Propaganda, die uns erklären will, wie gefälscht worden ist - und zwar "plump" (burdamente).

Ich habe dazu ein paar Anmerkungen:
a. Woher kommt diese Grafik? Warum wird die Quelle absichtlich verheimlicht (siehe die dunkelgrau markierten Stellen)?

b. Bröseln wir die Theorie doch einmal ein wenig auf:
1. während der Stimmen-Auszählung beklagte die PAN, dass die PRD die Stimm-Bezirke, in denen die PAN gewonnen hatte, absichtlich nicht freigeben würde. Von daher ist die "ungeordnete Reihenfolge" nicht gegeben. Erst zum Schluß wurden die Stimm-Bezirke hinzugezählt, in denen nach der vorherigen PREP-Zählung die PAN gewonnen hatte. Von daher konnte López gar nicht aufholen (mal davon abgesehen, kann jeder, der Kurven lesen kann, sehen, dass López gegen 16.00 Uhr leicht aufholte).

2. (Jetzt hoffe ich, dass ich mich richtig an meine (mittlerweile gut 12 Jahre zurückliegenden) Statistik-Vorlesungen erinnere!)
I. Nehmen wir an, dass die Kandidaten, die keine Siegchancen hatten (also Madrazo, Mercado und Campa - und meinetwegen auch der Pausen-Clown Dr. Simi), in der Auszählung in allen Wahllokalen anteilsmäßig (gemessen an der Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen) in etwa die gleiche Stimmenzahl bekommen haben und somit in der Prozent-Zahl über die Zeit immer auf gleichem Niveau blieben.
In der vorliegenden Grafik bewegt sich ihre Kurve also auf einer stets ebenen, geraden Linie.
So.

II. Nun sehen wir uns die Kurven der beide Streithähne Favoriten an:
wenn einer der beiden einen Zehntel Prozent-Punkt steigt, sinkt der andere entsprechend; d.h., wenn Calderón 0,1% zulegt, sinkt López 0,1%. Richtig?

Wenn es so ist, ist es doch nur logisch, dass die Kurven an der Zeit-Nullachse gespiegelt sind!

Ich sehe hier eigentlich nur zwei Dinge: entweder ist meine Erklärung falsch (falls ja, bitte ich um Berichtigung!) - oder die PRD will die Bevölkerung für dumm verkaufen!

P.S. für alle, die's interessiert, lege ich die .pps-Datei im Original hier ab.

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2 Kommentare:

Blogger Alicia Pacheco schrieb...

mister peje sagt selbst, dass es nicht sein kann, dass sich die kurve der pri nie bewegt hat.
http://www.youtube.com/watch?v=1ykL97jrdYA
(Kommentar in der 19. Minute)
deine erklärung überzeugt und es hängt nun wohl allein davon ab, ob sich die kurven der anderen parteien bewegt haben oder nicht. und es kann doch wohl nicht sein, dass sie es nicht getan haben.

24. Juli 2006 um 12:55  
Blogger Alicia Pacheco schrieb...

stellt sich also nun die Frage, wer von den beiden lustigen Parteien uns für blöd verkaufen will!
Alles wird gut!

24. Juli 2006 um 12:57  

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