Freitag, 7. Juli 2006

Versprochen ist versprochen

... - oder etwa nicht?



P.S. López' Entscheidung, vor den TRIFE zu gehen, ist legal gesehen absolut in Ordnung.
Dafür einen solchen "Aufstand" (im Sinne von alboroto) zu machen und seine Anhänger auf den zócalo zu einer Kundgebung (neu-mexicanisch: "mitín" - von "meeting") zu rufen, halte ich aber für sehr zweifelhaft.

Selbst das für morgen geplante Konzert des Pop-Duos Ha-Ash im Teatro Metropolitán wurde auf den 22. Juli verschoben aus Sorge um das, was morgen im Centro Histórico abgehen könnte.

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10 Kommentare:

Blogger Hollito schrieb...

Nun ja, wie schriebst du so schön "Jedes Land hat die Regierung, die es verdient", das könnte man ganz allgemein auf den Begriff Politiker erweitern... ;-)

7. Juli 2006 um 16:04  
Anonymous Luis Pinto schrieb...

Faszinierend wie selbst dich die Kampagne von Felipillo erfasst hat. Die Einschüchterung des Volkes durch das Suggeriern einer Gefahr durch PRD ist deren grösster Erfolg, sei es eine Gefahr der Ökonmie des Landes oder einfach nur die Gefahr der Gewalt. Als ich in den Staaten die Kampagnen der Republikaner verfolgt habe, fand ich dies schon abartig, aber hier ist die Furchteinflössung nochmal zur Perfektion pervertiert worden. Und siehe da, es war sogar der selbe Wahlkampfberater.

Ich habe hier Freunde (Akademiker), die tatsächlich meinten, dass bei einem PRD-Gewinn ihre Konten eingefroren werden und das Geld verstaatlicht werden würde. Ich glaube ähnliches gab es nur in der McCarthy-Ära mit den Kommunisten.
Ich bin gegen AMLO, denn tatsächlich halte ich von seinem Populismus nicht viel, aber Calderón find ich widerwärtig und könnte man mit Madrazo in eine Schublade stecken.
Aber wie bereits öfter erwähnt wurde zu dieser Wahl: "Jedem Volk der Präsidente, den es verdient." So sei's drum.
Gruss,
Luis

7. Juli 2006 um 16:41  
Blogger zonametropolitana schrieb...

lopez ist eben schlauer als wir alle dachten. natuerlich wird er das ergebniss akzeptieren, wenn, ja wenn alle legalen instanzen erschoepft sind.

Und was "seine Anhaenger" angeht, sind das ganz schoen viele. so um die 14,8 Mio. wahlberechtigte. die gefahr fuer mexico kommt aus der anderen ecke. deshalb ist lopez obrador fuer sie pech und schwefel. deshalb fuehrten sie einen wahlkampf der faschistische zuege hatte. in diesem sinne moechte ich sagen: mexiko hat nicht den praesidenten, den es verdient!

7. Juli 2006 um 17:24  
Blogger rolandmex schrieb...

Alle, die sehen und hören können, die bewußt fern sehen und sich nicht nur von der "bella más fea" (oder so) berieseln lassen, haben mitbekommen, was dieser oder jener Kandidat gesagt hat.

Und das hier gezeigte Video ist eine Dokumentention des von MALO gesagten am Wahltag (und es war die "harmlosere" der zwei Versionen, die mir vorlagen; die andere "interpretierte" mehr).
Im Moment, in dem er nicht vorne lag, in dem es begann auszusehen, als ob er die Wahl nicht gewinnen würde, fingen seine Kindereien an.
Warum, wenn er so sicher ist, dass er gewonnen hat, kann er das nicht gesittet tun und die entsprechenden Stellen (den TRIFE) anrufen, anstatt immer wieder die Bevölkerung aufzuwiegeln und -wenn wir hier schon beim Begriff Faschismus sind- wie Adolf seinerzeit die Dummheit der Massen auszunutzen.
Ich frage mich nur, ob er das Urteil des TRIFE anerkennt, wenn es nicht -und das ist das Wahrscheinlichste- zu seinen Gunsten ausfällt.

Außerdem: wie ich schon mal geschrieben hatte, wurden sämtliche Stimmzettel von Bürgern wie Du und ich (na gut: Mexicanern wie mein Schwager und meine Frau) ausgezählt; immer und in jedem Wahllokal war ein Vertreter auch der PRD dabei, der immer das Ergebnis überprüft, die Wahlakte unterschrieben und eine Kopie ausgehändigt bekommen hat.
Wenn die PRD zählen kann, weiß sie, wie das Ergebnis aussieht; wenn nicht, kommen diese haarsträubenden Verdächtigungen auf.
Ich gebe zu, dass es vielleicht Manipulationen vor der Stimmabgabe gegeben hat (z.B. in Form von Drohungen der Arbeitgeber - aber da sind alle Parteien gleich betroffen), die Wahl selber halte ich aber angesichts all' der Kontroll-Mechanismen für sehr sauber.

Sei's drum. Natürlich hat MALO das Recht, Einspruch einzulegen. Hoffentlich hat er auch tatsächlich handfeste Beweise, weswegen er eine Einzelzählung verlangt - und es passiert nicht dasselbe wie beim "Unbequemer-Schwager-Skandal", wo die PRD die "Beweise" in vier großen Kartons anschleppte, die sich beim Öffnen als leer herausstellten.

Heiße Luft; das ist das, was ich hinter López' Drohgebärden sehe - und die panische Angst, seinen erreichten Macht-Status zu verlieren.

So handeln Demokraten aber nicht.

7. Juli 2006 um 20:13  
Blogger rolandmex schrieb...

Apropos "14,8 Mio.": das sind nur 35 y fracción % der abgegebenen Stimmen.
Mehr als 60 % (!) haben ausdrücklich nicht für ihn gestimmt.
Sollen alle diese Stimmen jetzt unter den Tisch gekehrt werden, etwas was der Peje von seinen Gegnern behauptet?

López sollte besser seinen pathologisch-narzissistischen compló-Wahn aufgeben und für das Wohl Mexico's die Zusammenarbeit aufnehmen, anstatt eine Mini-Revolution versuchen anzuzetteln (ich kann ihm da eine gute Psychologin empfehlen).

Morgen wissen wir mehr: ich sage aber eine abflauende "Wut" voraus; blöd sind die Menschen im Endeffekt ja auch nicht und irgendwann werden sie mal merken, wer ihnen da ständig neue Schauermärchen vom bösen-bösen Staat auftischt, es aber niemals schafft, diese auch tatsächlich zu beweisen, während alle Welt die Videos seine Kumpane beim Schmiergeld-Annehmen im Fernsehen sehen konnte.

Natürlich ist Calderón nicht der beste der 5 Kandidaten, aber er ist und bleibt meines Erachtens das kleinste der drei Übel (-Täter), die für das Präsidenten-Amt kandidiert haben.

Eine "Gefahr" für Mexico ist MALO nur dann, wenn es darum geht, was wichtiger ist für dieses Land: die "Gerechtigkeit" (so wie López sie empfindet und sie nach Gutdünken und Wohlgefallen ändern kann) oder eine Gesetzgebung, die von der demokratischen Mehrheit in beiden Parlaments-Kammern beschlossen wurde.
Dass dabei Querschläger wie das Televisa-Gesetz bei herum kommen... - hm, na gut. Aber den Bau des segundo piso nicht öffentlich auszuschreiben, die Aufträge ohne Nennung der Kosten einfach an irgendwelche cuates zu geben und sich dann auch noch von der DF-Abgeordneten-Kammer (absolute PRD-Mehrheit) einen Freibrief und die Absicherung auf Nicht-Veröffentlichung der Daten bis nach 2012 zu geben, ist genauso unsauber.

Man sieht: ni se sabe a quién irle.
Alle haben gleichviel Dreck am Stecken - und momentan kann ich gerne auf MALO's Dreck verzichten, denn für mich stinkt der am schlimmsten zum Himmel.

7. Juli 2006 um 20:33  
Blogger cabronsito schrieb...

Wozu reden wir eigentlich drueber?
Na klar, es BETRIFFT UNS!!
Mir wird gern ein Pro-Calderón-Verhalten vorgeworfen.
Das ist nicht korrekt.
Ein Anti-AMLO-Verhalten, das waere schon etwas korrekter.

Ich will keine Koalition gegen Peters Meinung bilden, oft genug habe ich selbige gar verteidigt gegen allzu stures Schienendenken.
Aber in diesem Fall - ich weiss nicht, was da abgeht.
Ich kann ehrlich gesagt nicht ganz nachvollziehen, wie ein in Deutschland gebildetes Gehirn - sei es so weit links positioniert wie wie ein Eckball Zidanes - auf AMLO hereinfallen kann.

Einfluss hat keiner von uns Auswanderern. Das glaube ich zumindest.

Roland - ich unterstuetze Deine Worte.
(Wenn Ihr den cabronsito aufmerksam verfolgt habt, wisst Ihr, dass er mal recht viel von Herrn Lobra gehalten hat - naemlich als genau das, was er sich auf die Wahlplakate schrieb, CUMPLIR!!!
Mittlerweile haben aber nicht etwa der "El Universal", sondern die Fakten, den cabronsito das Fuerchten vor Herrn MALO gelehrt.)

Am 6. September wissen wir Bescheid.
Spaetestens.
Vielleicht.

9. Juli 2006 um 22:29  
Anonymous Luis Pinto schrieb...

Tja, so wie ich sehe sind wir ja alle einigermassen einer Meinung: Die drei Spitzenkandidaten waren für die Tonne.

Die gleiche Meinung habe ich in meinem Bekanntenkreis vorgefunden. Schade nur, dass hier so sehr die Kultur vorherrscht, dem weniger schlechten Kandidaten seine Stimme zu geben.

Meiner Meinung nach fand man nur etwas Hirn in einem Kandidaten ... oder besser einer Kandidatin. Nur schade für Patty, dass so viel auf dem "voto útil" rumgeritten wurde. Ich finde ein Voto aus Überzeugung wäre wesentlich nützlicher, als der Stimmungsmache gegen andere Kandidaten blindlings zu folgen. Ausserdem wäre es eine schöne Investition für die Zukunft, damit die gute Dame ihre Partei besser führen und unterstützen könnte.

Übrigens, von links oder rechts bei den Kandidaten hier zu sprechen halte ich wenig. Aber der Vergleich der hiesigen Politik mit dem Eckball war ganz gut: Zidane schiesst gelegentlich von links, gelegentlich von rechts, gelegentlich nach links und gelegentlich nach rechts. So wie's gerade passt und so wie's in dem Moment eher nach Erfolg aussieht.

Der Einfluss der Einsiedler wäre eine andere Diskussion wert. Ich bin für ein Wahlrecht der Einwanderer nach 5 (o.ä.) Jahren, denn schliesslich betrifft sie die Politik ihres Wohnortes am meisten und sie sind Teil der Gesellschaft. Aber das wird der gute Nationalstolz immer zu verhindern wissen, befürchte ich. Sei es hier, oder in unser heilig Vaterland.

Gruss,
Luis

10. Juli 2006 um 15:38  
Blogger rolandmex schrieb...

Schade nur, dass hier so sehr die Kultur vorherrscht, dem weniger schlechten Kandidaten seine Stimme zu geben.

Mach' Dir da keine Gedanken: das ist in Deutschland -und ich denke im Rest der Welt auch- genauso.
In diesem Zusammenhang erinnere ich mich an einen Comic von Werner: "Wenn'ze drei Haufen Scheisse has', welchen würd'ze da wählen?"

12. Juli 2006 um 20:07  
Blogger Alicia Pacheco schrieb...

Ich verweise auch hier gerne nochmal auf die offensichtliche Unvollkommenheit der IFE.
Wie kann man an diese Institution hundertprozentig glauben, nach einer Geschichte wie der des Informationsverkaufs nach Gringolandia? http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,247596,00.html
Und ich finde es auch recht seltsam, dass man ausgerechnet einen Mann ins höchste Amt der IFE stellt, der Trauzeige von einem der beiden Kandidaten war. Das muss doch nicht sein, vorallem nicht in einem Land, welches über Jahrzehnte gegen Wahlbetrug ankämpfen mußte.
Und ja, in diesem Land ist es nicht allzuschwierig, Wahlhelfer zu bestechen. Auch das kann man aus dem Mund eines jeden Mexikaners hören, der sich zu Zeiten des PRI-Imperiums mal ein bisschen auf dem Land umgehört hat. Damals wurden die Stimmen ganzer Dörfer durch das Verschenken von Holz oder Essen(!!!) gekauft. Ich weiss nicht, wo Du das Wahlgeschehen miterlebt hast und falls Du nicht aus Polanco rausgekommen bist, hast Du wohlmöglich recht.
Die FIFA-Satire finde ich in keinster Weise witzig. Vorallem nach all den Fußball-Skandalen unter anderem auch im Sauberland Deutschland und der Abzocker-Monopol Politik der FIFA bei der WM funktioniert diese Satire einfach nicht.

17. Juli 2006 um 18:38  
Blogger rolandmex schrieb...

1. Ugalde war nicht (ich wiederhole: nicht) Trauzeuge bei Calderón's Hochzeit. Wo dieser Blödsinn herkommt, weiß wahrscheinlich nur der liebe López.
Wenn es jetzt verwerflich wird, dass man zu einer Hochzeit hingeht, zu der man eingeladen ist (aus welchen Gründen auch immer; viele der Gäste werden doch eher aus gesellschaftlicher Verpflichtung der Eltern der Brautleute eingeladen), dann gehe ich wohl besser zu keiner mehr hin.

2. Ich wohne nicht in Polanco. Wer hast Du denn das her? Ich wohne in einem fraccionamiento de interés social y medio nördlich der Stadt, zwar noch in der Zona Metropolitana, aber außerhalb der mancha urbana, also wahrscheinlich bescheidener als Du.

3. Klar ist Wahlhelfer und Wähler bestechen einfach! Das weiß ich auch (wie gesagt: ich lebe inmitten der mex. Gesellschaft - möglicherweise als einer von 2 Ausländern inmitten von ca. 45.000 Menschen; meine Frau und damit die angeheiratete Familie ist/sind Mexicaner seit Generationen) - mit einer LKW-Ladung Sand, ein paar Backsteinen und/oder einem tinaco bist Du dabei.
Ich sehe aber keinen Unterschied bei den Parteien, die sich ihre Wähler kaufen, denn da sind PRI, PAN und PRD genau gleich.

18. Juli 2006 um 23:28  

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