Samstag, 19. Juli 2008

Navigieren* in Mexico

* "navigieren" im Sinne von: sich in fremden Gegenden mit Hilfe von Karten zurechtfinden.



Vor gar nicht so langer Zeit packte ich jedes Mal, wenn ich in eine fremde Stadt fuhr, eine gedruckte Karte ins Gepäck, die ich vorher schon studiert und die Fahrtziele gefunden hatte. Oft nahm ich dabei Exemplare aus Quimera's Quellen-Archiv mit.

Seit einem guten halben Jahr ist das in dieser Form nicht mehr nötig. Ich habe ein Bluetooth-fähiges Nokia-Handy mit Symbian S60-Betriebssystem (wichtig!) und einen sog. Bluetooth Puck (das ist ein GPS-Empfänger, der die momentane Position auf der Erde per Bluetooth an das Handy (oder jedes andere Bluetooth-fähige Gerät, z.B. mein iBook) sendet).
Und ich habe das kostenlos im Internet erhältliche Programm Nokia Maps plus der zugehörigen, ebenfalls kostenlosen Mexico-Karten aus dem Hause Navteq (jetzt zu Nokia gehörend), die ich auf das Handy überspielt habe.

Heute schalte ich im gegebenen Moment den Bluetooth Puck (meiner ist ein Globalsat BT-338) ein und starte Nokia Maps auf meinem Handy (ein Nokia E65). Per Knopfdruck erfahre ich meine momentane Position auf der Karte und weiß, wo ich bin.
Zuhause habe ich vor der Reise eine Google Maps-Suche gemacht und die Adressen der Ziele als "Landmarks" in Nokia Maps markiert, deren Pins ich vor Ort leicht auf dem Handy-Display erkennen kann (warum das? - die Adress-Suche in Nokia Maps ist ziemlich sch...lecht).

Ich könnte mich auch von Nokia Maps von der momentanen GPS-Position bis zum Zielpunkt navigieren lassen (mit Audio-Anweisungen á la "Hier links; gleich rechts", etc.), aber das kostet (und ist (noch?) zu teuer, wie ich meine). Dazu "abonniert" man diesen Service für eine bestimmte Zeit (einen Tag, eine Woche, einen Monat) und zahlt per Kreditkarte über GPRS.
Das brauche ich aber nicht, denn ich kann ja Karten lesen und das sich bewegende Symbol auf dem Handy-Display sehen.

Früher mußte ich die gedruckte Karte kaufen und oft umständlich im Auto zu- und auffalten. Heute habe ich nur den Bluetooth Puck und mein Handy (+ Ladegeräte, einen Saugnapf für den Puck und einen Halter für das Handy) dabei, die Karten für ganz Mexico kosten nichts und sind mehr up-to-date als jeder überteuerte Guía Roji.

Ob Papier-Karten Zukunft haben?

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3 Kommentare:

Blogger Hollito schrieb...

In etwa die gleiche Funktionalität bietet Trekbuddy.
Läuft auf jedem Mobiltelefon, das Bluetooth und Java-Unterstützung hat , unabhängig von der Marke, und wird ständig weiter entwickelt.
Über die Karten-Tools, die man im Board findet, kann man sich kostenlos die Karten aus dem www laden, die man bevorzugt, und man kann zusätzlich auch noch den Maßstab und den Kartenbereich wählen. Also z.B. einen größeren Maßstab für die Fahrt "über Land", und für die Städte dann noch Pläne in kleinerem Maßstab, auf die man einfach umschalten kann. Wenn man im Telefon eine 1 oder 2GB Speicherkarte einsetzt, geht da schon ordentlich was an Kartenmaterial drauf.
Ist nen Blick wert, und natürlich Freeware. :-)

21. Juli 2008 um 17:18  
Blogger rolandmex schrieb...

Nettes Programm, hollito, aber es gibt da entscheidende Unterschiede zwischen den beiden:

a) Nokia Maps arbeitet mit Vektor-Dateien, während Trekbuddy Rasterkarten verwendet. Das heißt, dass Trekbuddy-Dateien nur für bestimmte Maßstäbe/Auflösungen taugen; bei Vergrößerungen und Verkleinerungen ändern sich auch Schriftgröße, Straßenbreite und Signaturengröße, ohne mehr (oder weniger) Detail zu zeigen.
Nokia's Vektor-Daten passen sich dem Maßstab an; d.h. sie zeigen so viel Detail wie möglich und so wenig wie nötig. Ich kann von Repubik-Größe auf dem Bildschirm auf Straßendetail zoomen, ohne den Überblick zu verlieren. Ich habe die meisten großen Städte in vollem Detail mit Straßennamen und manche auch mit Hausnummer.

b) Vektor-Dateien sind dateimäßig wesentlich "leichter" als Raster-Files. Eine 2GB-MicroSD ist da selbst für Mexico nicht notwendig; da paßt alles locker in weniger als 200MB.

c) Der Bildschirmaufbau ist bei Vektor-Daten schneller als bei Raster-Daten.

d) Für Mexico gibt es kaum detailliertes Kartenmaterial "für umme" im Netz (wenn man einmal von einigen dubiosen Seiten mit illegal geknackten PDFs absieht). Und diese Karten muß man meist noch selbst georeferenzieren (wenn überhaupt möglich; in 95% der Fälle fehlen jegliche Metadaten).

Fazit: gute Idee und eine Alternative zum kommerziellen OZIexplorer, mit dem ich vor einem guten Jahr (und meinem ALDI-Navi) in Chiapas unterwegs war.
Aber sorry (und das sage ich, obwohl ich Open Source Fan bin): an Nokia Maps kommt Trekbuddy (noch?) nicht ran.

21. Juli 2008 um 21:28  
Blogger Hollito schrieb...

Nun ja, TrekBuddy ist eine "one-man-show". Aber es funktioniert mit fast allen Mobiltelefonen, und den Maßstab kann man sich - über die verschiedenen Zoomlevel- auch aussuchen.
So gesehen ist die Nokia Lösung schon gut - aber bei Trekbuddy kann man verwenden, was man will.

26. Juli 2008 um 19:34  

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