Dienstag, 30. Mai 2006

Porentief rein

Ich lache mich immer kaputt über die Art und Weise, wie in diesem Land die Toiletten geputzt werden.

Gerade komme ich vom Lokus, der für den ganzen Stock unseres Bürogebäudes "zuständig" ist; kurz vorher hat die Putzfrau eine tiefgründige Reinigung desselben beendet.

Es riecht extrem nach Chlor (so wie in einem deutschen Schwimmbad); an der Decke hängen noch Wassertropfen, die einem beim Wasserlassen auf den Kopf fallen.

Was ist da passiert?
Na, das folgende: die Putzfrau hat zu Beginn die Toiletten erst einmal unter Wasser gesetzt (unbekannte, von jeder Bodenkosmetikerin nach altem Familien-Rezept angesetzte und daher geheime Chlor/Wasser-Mischung - ist so üblich hier) und kräftig geschrubbt; dann wurde aus dem Eimer der Geheim-Mischung mit einer jicara (kleine Plastik-Schüssel) auf die Wände gespritzt - da das fast reflexartig vor sich geht, trifft man dabei schonmal unbeabsichtigt die Decke. Dann fährt man mit dem Schrubber kurz die Wände ab, gießt das restliche Putzwasser in die Pissoirs und die Kloschüsseln, schrubbt mal kurz mit der Klobürste darin herum und macht sich dann daran, die Überschwemmung aufzuwischen.
Fertig.

Ob's wirklich sauber ist, ist nicht so wichtig; Hauptsache, es riecht sauber (meistens so sauber, dass es in der Nase sticht).

Öffentliche Toiletten sind meist nicht so gut geputzt wie die hier im Bürogebäude, was die Betreiber aber nicht davon abhält, 3 Pesos zu verlangen und abgezählte 5 Blättchen Klopapier (+ evtl. eine Quittung) auszuhändigen.

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1 Kommentare:

Blogger zonametropolitana schrieb...

eine tiefgruendige analyse der putzrituale. wurde auch mal zeit die archetypischen verhaltensweisen der lokalen bewohner zu durchleuchten. zumahl die hygienischen normen ja fliessend sind.

30. Mai 2006 um 21:40  

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