Dienstag, 30. Mai 2006

Atenco: keine Anzeigen

Im El Universal steht, was Wilfrido Robledo Madrid, comisionado der Agencia de Seguridad Estatal (eine Organisation, die von der PRI-Regierung des EdoMex. abhängt), zu den Fällen sexuellen Missbrauchs bei den Polizei-Aktionen von San Salvador Atenco vor ein paar Wochen zu sagen hat:
Destacó que hasta el momento no tiene conocimiento de denuncia alguna interpuesta por alguna de las presuntas víctimas de abusos sexuales, (...)

zu deutsch: es gibt laut Robledo keine Anzeige wegen sexuellenm Missbrauch bei der Polizei.

Na, da ist aber einer ein Witzbold: wenn man die Mehrzahl der misshandelten Frauen, die Ausländerinnen sind, noch in Handschellen (bildlich gesprochen) einfach so in den Flieger setzt, ausweist und ihnen die Rückkehr nach Mexico verwehrt, dann ist es doch klar, dass es keine Anzeigen gibt - oder sehe ich das falsch?

Um den Rechtsweg einhalten zu können (sprich: Anzeige zu erstatten) ist es zu allererst notwendig, den Opfern die Möglichkeit zur Anzeige zu geben.

Das ist in Mexico wegen seiner höchst dubiosen Rechtslage Ausländer betreffend (der famose Verfassungs-Artikel 33 und die entsprechenden Gesetze in der Ley de Nacionalidad) nicht möglich und somit wird der impunidad bei Straftaten gegenüber Ausländern Vorschub geleistet.
Überspitzt ausgedrückt (und bewußt fast (!) ins Absurde geführt) ist das eine Aufforderung, nur Ausländern etwas anzutun, weil man dann bei geschickter Anwendung des treintaytres straffrei bleibt - womit wir wieder beim Thema "Mexico den Mexicanern..." sind.

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1 Kommentare:

Anonymous Luis Pinto schrieb...

Soweit ich weiss, war der Grossteil des Missbrauchs auf Einheimische konzentriert.
Allerdings besassen diese genauso wenig Chancen eine Anzeige zu erstatten, wie ihre ausländischen Mitleidenden. Statt abgeschoben zu werden, verbleiben diese im Gefängnis ohne Möglichkeit eines Besuchs eines Gerichtsmediziners. Diese Vorhaltetatktik reduziert die Beweismöglichkeiten einer Vergewaltigung auf 0. Dies war zumindest noch der Stand der Dinge vor einigen Tagen als Carmen Arestegui einen Bericht dazu auf W-Radio brachte.
Meiner Meinung nach darf man nicht auf Denunzianten hoffen. Wenn man die Vorgehensweise der Polizei betrachtet, dürften die Einschüchterungsmethoden recht überzeugend sein. Das Problem vor sich herschieben und die Haltung hiesiger Politiker tun den Rest.

Schade, mit diesen Mentalitäten wird dieses Land wohl nie den Status einer Bananenrepublik loswerden.

Saludos,
Luis

30. Mai 2006 um 15:49  

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