Mittwoch, 19. Oktober 2005

Bank-Eigenarten in Mexico (I)

Das Thema scheint ein interessantes zu sein. Jedenfalls gibt's jetzt schon die wahnsinnige Anzahl von 7 (in Worten: sieben) Kommentaren im Beitrag "Schlechter Kundenservice (I): Banamex und ihr ATM (davon zwei von mir).

Deshalb hier ein paar der Eigenarten in mexicanischen Banken (weil ich glaube, das wird eine Serie, numeriere ich den Eintrag sofort).
Als Vorwort ist zu bemerken, dass das Bankensystem in diesem Land von den Nachbarn aus dem Norden (sprich: aus den Estados Unidos de América) abgeguckt worden ist und genauso funktioniert. Dass man also bei einer Einzahlung nicht weiß, von wem sie kommt, ist dort in Gabacholandia (und in Canada) genauso.

Doch fangen wir von vorne an:

Einzahlungen/Überweisungen
Aus Deutschland sind wir gewohnt, eine Rechnung mit einer einfachen Überweisung zu begleichen. Das geht hier im Prinzip auch (wenn man Internet-Banking hat); leider haben die Computersysteme offenbar keine Möglichkeit, den Einzahler für den Geldempfänger kenntlich zu machen (sprich: ist nix mit "Name des Einzahlers" und "alphanumerische Referenz" im Kontoauszug des Empfängers).
Das heißt konkret, dass man am besten die Einzahlung am Bankschalter in bar oder per (gedecktem) Scheck macht, denn nur dann bekommt man einen Einzahlungsbeleg. In 95% der Fälle ist es so, dass man diesen Beleg dann dem Empfänger vorlegt und so die Einzahlung beweist (meist wird er per Fax verschickt).
Umständlich? War zu meiner Zeit in Canada (14 Monate Vancouver, B.C.) nicht anders.

Kreditkarten
Vorweg: ich habe keine; ein Antrag bei der von mir heiß geliebten Banamex wurde letztens abgelehnt (obwohl preaprobado; also vor-genehmigt), weil ich Ausländer bin*.
Kreditkarten werden nicht, wie ich es aus Deutschland gewohnt war, über das Girokonto abgerechnet. Man bekommt am Monatsende eine Rechnung zugeschickt, die man dann entweder am Bankschalter oder per Überweisung begleichen muß.
Die Kreditkarte ist unabhängig vom Konto, das man besitzt; das heißt aber auch, dass es Leute gibt, die Dutzende Kreditkarten haben: eine von einer Bank, eine andere von einer anderen Bank, die vom Fußball-Verein, vom Sears, vom Palacio de Hierro, vom Suburbia, vom Walmart, vom Liverpool usw., usf., und ich verschiedene kenne, die extremste Schwierigkeiten haben, weil sie auf allen ihrer tausend Karten irgendwelche ausstehenden Rechnungs-Beträge haben, die sie nicht bezahlen können und deswegen horrende Zinsen anfallen.

Kontoführungs-Gebühren
Da ist das US- bzw. mexicanische System Kunden-freundlicher, denn bei vielen Banken, bzw. Konto-Typen fallen diese nur unter bestimmten Bedingungen an. Viele Girokonten werden mit einer Debit-Karte angeboten (Cirrus/Maestro oder Visa Electrón), die z.T. auch für Internet-Käufe geeignet sind.
Wenn man im monatlichen Durchschnitt einen gewissen Mindestbetrag auf dem Konto behält (z.B. 2.000 Pesos; je nach Bank und Konto-Typ unterschiedlich), werden einem die Kontoführungs-Gebühren erlassen.
Scheckhefte (diese antiquierte Art der Bezahlung ist hier noch in voller Blüte), Internet-Banking und anderer Schnickschnack (z.B. Kreditkarten) kosten extra.

Das ist das, was mir gerade so einfällt. Erweiterungen und Vorschläge für weitere Serien-Teile sind natürlich herzlich willkommen. :)

* (...und offenbar die Sachbearbeiter zu blöd sind, um herauszufinden, dass FM2-Besitzer sehr wohl kreditfähig sind in diesem Land. Aber, wenn ich ehrlich bin, brauche ich gar keine Kreditkarte, also lasse ich es (vorerst). Einziger Nachteil: es gibt keine Kreditgeschichte (á la Schufa) von mir; mit einem Bank-Kredit in Zukunft kann's also möglicherweise schwer(er) werden.)

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