Donnerstag, 14. Februar 2008

Mexico nur den Mexicanern



Vom neuen secretario de gobernación (Innenminister) Juan Camilo Mouriño Terrazo ist seit langem bekannt, dass er sowohl mit der mexicanischen als auch der spanischen Nationalität geboren wurde. Im Alter von 18 Jahren hatte er sich -aus welchen Gründen auch immer- für die mexicanische Staatsangehörigkeit entschieden und ging später in die Politik.
Bisher war diese Tatsache kein Problem.

Zeitsprung: gestern präsentierte der Sprecher der Partei PRD Gerardo Fernández Noroña auf einer Pressekonferenz angebliche Beweise (genauer: ein paar Fotokopien der Geburtsurkunden der Großeltern von Mouriño, die er von einer Vergnügungsreise nach aus Spanien mitgebracht hatte), mit denen er angeblich ergründet hat, dass Herr Mouriño ein "illegaler Mexicaner" ist. Was die Großeltern mit der mex. Staatsbürgerschaft ihres Enkels zu tun haben, weiß wohl nur die PRD und ihr Sprecher.

Fernández Noroña will außerdem herausgefunden haben, dass die Geburtsurkunden von Mouriño selbst und die seiner Mutter gefälscht wurden. Handfeste Beweise dafür hat er aber anscheinend nicht, denn als jemand danach fragte, konnte er nichts darauf antworten und beschimpfte die Person stattdessen, Mouriño verteidigen zu wollen.

Warum ist der Mann nach Spanien gereist, wenn Mouriño in Campeche geboren wurde? Hätte er nicht besser dort suchen sollen?

Übrigens war Fernández Noroña der Witzbold, der nach der Präsidentschaftswahl 2006 auf einigen Sack-Karren kartonweise "Beweise" für einen Wahlbetrug zu den Behörden karrte, die sich beim Öffnen als leer herausstellten.

Warten wir also auf mehr heiße Luft von ihm. LOL

P.S. Wäre ich Mexicaner mit mehr als einer Staatsangehörigkeit oder mexicano por naturalización, wäre die PRD schon allein wegen ihrer ausländerfeindlichen Anwandlungen (erinnert sich jemand an das Geschrei nach dem "Treintaytres", als Aznar sagte: "Felipe? Find' ich gut."?) nicht wählbar.

(Karikatur von Paco Calderón)

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1 Kommentare:

Blogger Hollito schrieb...

Ausländerfeindlich?

In D wird ja immer ein grosses Ding um die angebliche "Ausländerfeinlichkeit" gemacht.
Fakt ist aber immer noch, dass viel zu viele unqualifizierte Leute nach D kommen, und der Allgemeinheit auf der Tasche liegen.

Wenn ich mir allerdings ansehe, wie die Sache in MX läuft, ist das Prozedere in D geradezu harmlos.

Die beste Ehefrau von allen (also meine! :-) hat übrigens mittlerweile auch die Deutsche Staatsbürgerschaft - in den USA doch ganz hilfreich...)

Wenn MX qualifizierte Einwanderer haben will, muss die ganze Einwanderungssache viel einfacher werden.

Mal angenommen, wir würden nach MX gehen, hätte ich jedenfalls keine Lust, mich jahrelang mit der pinche migra rumzuschlagen.

Darum wäre - zumindest momentan - eine Auswanderung in die USA viel attraktiver für mich als Mexico.

16. Februar 2008 um 17:10  

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