Donnerstag, 2. März 2006

Der gute, alte Sheraton-Fall


Der Ursprung ist bekannt: ein paar Cubaner wollen sich mit ein paar US-amerikanischen Geschäftsleuten im Hotel Sheraton María Isabel in Mexico City treffen; die US-Regierung bekommt Wind davon und übt Druck auf die Sheraton-Kette aus, die Cubaner doch umgehend aus dem Hotel zu werfen; jene tut das; und in Mexico geht das Geheule los, was den gabachos denn einfiele sich in interne Angelegenheiten einzumischen.
Die Verwaltung der delegación, in der das Hotel steht, veranstaltet eine "spontane" Kontrolle, stellt verschiedene "Unregelmäßigkeiten" fest und schließt es - und das alles natürlich ausdrücklich nicht aus politischen Gründen, sondern "zur Sicherheit der Gäste und des geregelten Betriebs des Hotels".
Soweit so gut.

Heute lese ich im Käseblättchen El Gráfico, dass die Hälfte aller Hotels in Mexico City "irregulär" sind, weil sie die erforderlichen Lizenzen nicht haben (viele nicht einmal beantragt). Das liegt an einer Regel-Änderung von Juli 2005, die wohl -wie so oft in der "ciudad de la esperanza"- nicht so effektiv angewandt wird, wie man es gerne glauben machen möchte: die allermeisten Anträge sind noch "en trámite" (in Bearbeitung).
Da hilft den Hotel-Betreibern wohl nur esperar (abwarten), Tee trinken und beten, dass einem politischer Opportunismus erspart bleibt.

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