Sonntag, 25. März 2007

50 Jahre Europäische Union

"Wir haben uns gegenseitig verfolgt und vernichtet. Wir haben unsere Heimat verwüstet."

Das sagte Angela Merkel heute in ihrer (leicht Pathos-behafteten) Rede zur 50-Jahr-Feier der Unterzeichnung der römischen Verträge (Artikel dazu hier; Wortlaut der "Berliner Erklärung" hier).

Ich gehöre einer Generation an, die das Glück hat, nie einen Krieg miterlebt haben zu müssen - auch und vor allem Dank der Verträge, die die Erzfeinde Frankreich und Deutschland, die Benelux-Staaten und Italien im Jahre 1957 unterschrieben.

In Kindheit und Jugend konnte ich als Bewohner einer Grenzstadt (die niederländische Grenze ist 3 km Luftlinie von meinem Heimatort Kaldenkirchen entfernt) hautnah miterleben, wie Europa zusammenwuchs: zuerst mußten wir immer unseren Ausweis mitnehmen und wurden an der Grenze kontrolliert; später wurden wir oft durchgewunken ohne Kontrolle; heute fahre ich einfach rüber und merke nur am veränderten Straßenbelag und der anderen Hausbauweise, dass ich in den NL bin.

All' das können Mexicaner oft nicht verstehen. Für sie ist eine Grenze das, was die US-Grenze darstellt: ein Hort von Schikanen arroganter Grenzer.
Meine Schwiegermutter erzählt immer noch von der Spielerei, die mein Vater bei einem Besuch von uns im Grenzwald (so heißt der wirklich) veranstaltete: an der Grenze zu den NL, markiert nur durch einen alten, verwitterten Grenzstein, sprang er zwischen Deutschland und den Niederlande hin und her, ohne dass ihn jemand behelligte und rief: "Alemania! Holanda! Alemania! Holanda!"

Ich fühle mich stolz und froh, ein Europäer zu sein.
Danke!

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2 Kommentare:

Blogger Sven schrieb...

"All' das können Mexicaner oft nicht verstehen. Für sie ist eine Grenze das, was die US-Grenze darstellt: ein Hort von Schikanen arroganter Grenzer."

Vollste Zustimmung meinerseits. Das schikanoese Verhalten der Grenzer bezieht sich naemlich nicht nur auf Mexikaner, sondern auf alle, die aus dem Sueden per Landweg einreisen.

Wenn man einfliegt (z.B. nach Houston) sieht die Welt ganz anders aus. Grenzer muessen professionell skeptisch sein, aber am Flughafen wird man wenigstens wuerdig und respektvoll behandelt. Das ist in Laredo nicht der Fall!

25. März 2007 um 16:43  
Blogger rolandmex schrieb...

Wußtest Du nicht, dass die gabachos nach dem Mauerfall den schlimmsten DDR-Grenzern -ähnlich wie 1945 den Nazi-Genies- Asyl gewährt und sie zu den härtesten Hunden an den Grenzen zu Mexico und Canada abgerichtet haben?
Also nicht wundern, wenn Dich demnächst einer schroff und in tiefstem sächsischen Akzent auffordert: "Gänsefleisch mal der Gofferraum o-ufmoche?"

;-)

26. März 2007 um 14:44  

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