Sonntag, 3. Januar 2010

Wir sind umgezogen!

Neues Jahr, neuer Standort: ab sofort befindet sich der Blog an dieser Stelle.

Ich lerne gerade mit WordPress umzugehen und es meinen Wünschen entsprechend anzupassen, aber bin schon jetzt begeistert von den Import-Möglichkeiten: von den zwei Blogger-Blogs (Was geht... und Was geht... (II)) bis zum Archiv in WordPress waren es drei Klicks und -schwuppdiwupp!- waren alle alten Artikel mitsamt Kommentaren auf der neuen Domain).

Noch wird dort gebastelt, aber bald wird hoffentlich alles dort "shiny and new" sein (Ihr wißt schon: ...like a virgin... ;-) ).

Diese Domain hier wird also aufgegeben (wenn auch nicht gelöscht); die, die über www.roland.com.mx auf den Blog verlinken, werden entsprechend umgeleitet.

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Donnerstag, 24. Dezember 2009

Fröhliche Weihnachten und einen guten Rutsch


... wünschen unsere "Zwerge" (und Zwergen-Mama und -Papa natürlich auch).

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Dienstag, 22. Dezember 2009

Die Gefahren von Google Street View

Vor ein paar Wochen mussten wir zu einem Amts-Arzt, um die notwendigen medizinischen Untersuchungen für das Adoptions-Verfahren von Fabián beglaubigen bzw. bestätigen zu lassen.
Also rief ich in der Arzt-Praxis an, zum einen, um einen Termin auszumachen und zum anderen, um mir den Anfahrtsweg erklären zu lassen. Ich hatte die Anschrift; also öffnete ich während des Gesprächs Google Maps und rief die Adresse auf. Die Arzthelferin erklärte mir, wo in etwa die Praxis sei; ich ging auf Street View, und als sie sagte, sie wären zwei Häuser vor der Straßenecke, an der ein grünes Haus stünde, entfernt, antwortete ich: "Ja, das ist ein weisses Haus mit schwarzen Gittern; drinnen sind ein dunkelgrüner Kleinbus und ein silberner Golf geparkt."

Stille am anderen Ende der Leitung... - dann ein schüchternes: "Woher wissen Sie das?" - "Das sehe ich hier im Internet." - "Ach so", antwortete sie, aber überzeugt klang das nicht.

Und sie hat Recht. Nun muss ich, wenn ich irgendwo einbrechen oder herausfinden will, ob es sich lohnt, in einem Haus was zu klauen, nicht mehr durch die Straßen fahren und mich möglicherweise verdächtig machen. Ich surfe einfach durch Street View und kann sehen, wo die Schwachstellen der Hausfronten sind und wo ein teures Auto vor der Tür steht.
So einfach ist das.

Beängstigend, nicht wahr?

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Montag, 21. Dezember 2009

Dauer-Gedudel

Es ist schon Jahre her (wenn nicht Jahrzehnte), dass mir ein Lied derart gut gefiel, dass ich es Tag und Nacht rauf- und runtergespielt habe und nicht müde wurde, stundenlang nur diesen Titel zu hören.

Letzte Woche habe ich Lass uns Liebe sein von einem Herrn namens Jochen Distelmeyer, den ich vorher gar nicht kannte, entdeckt (dank dieses Artikels auf SPON), und es dudelt nun in jeder freien Minute in meinen Ohren mit dem Effekt, dass ich manchmal auf der Strasse seltsam angeschaut werde, weil ich einfach mitsinge (in einer seltsamen Sprache, die k(aum) einer versteht...) :-D

Mal sehen, wann es soweit ist, dass das Lied mir zum Hals raushängt...

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Montag, 7. Dezember 2009

Saison-Beginn (II) - Schutz-Maßnahme

Diesen Zettel bekam ich heute abend beim Einsteigen in den Bus gereicht. Die Maßnahmen sind sehr zu begrüßen und zeigen, dass es noch Busfirmen gibt, denen die Sicherheit ihrer Fahrgäste wichtig ist:


Ratet mal, wer gerade einen loyalen Kunden gewonnen hat...

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Dienstag, 1. Dezember 2009

Saison-Beginn

Von draussen vom Bus, da komm ich her; ich muss Euch sagen, es weihnachtet sehr...

Gestern bin ich das erste Mal seit mehr als 3 Jahren im Bus überfallen worden. Ein großer Fettsack, der alleine mit einer silberner Pistole rumfuchtelte und Schimpfwörter ausstoß.
Wenn ich nicht mittlerweile Familie hätte, würde ich irgendeinem von diesen Schmarotzern mal eins in die Fresse hauen auch auf die Gefahr hin, selbst verkloppt (oder schlimmeres) zu werden. So bleibt mir nichts anderes übrig, als mit den anderen Schafen Fahrgästen das Haupt zu senken und zu blöken meine Habseligkeiten in einen Beutel zu werfen.
81 Pesos hat mich die Feature Rich Real Robbery gekostet; Uhr und Handy konnte ich rechtzeitig verstecken.

Ich fürchte, das wird nicht der einzige Überfall gewesen sein in dieser fröhlichen, seligen, gnadenreichen Weihnachtszeit 2009. Wie gut, dass der mex. Präsident verkünden läßt, dass die Krise vorbei ist und es aufwärts geht.
Ob das auch die Wirtschaft und vor allem die Räuber schon wissen...?

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Samstag, 28. November 2009

Familien-Anzeige

Schon seit Freitag letzter Woche (20.11.) sind meine Frau und ich erneut Eltern und unsere Adoptiv-Tochter Karen hat nun ein Brüderchen.

Mittags um 13.30 Uhr kam der Anruf von Marilú Vilchis, Vorsitzende der VIFAC, und am Abend gegen 19.30 Uhr hatten wir unseren Fabián, geboren am 27.9.09, in unseren Armen.

Karen hat die Ankunft sehr gut aufgenommen; Fabián hatte ihr ein Geschenk mitgebracht, und sie spricht immer von "mi bebé".

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Sonntag, 22. November 2009

Die "Hosen" in Mexico - mein Review

Geil war's, das Konzert (bin vor etwa einer Stunde zurückgekommen); ich habe mir bei den Liedern, die ich (noch?) kannte, die Seele aus dem Leib gebrüllt und bin herumgehüpft wie eine Grille (übrigens eine gute Streß-Abbau-Therapie).

Die "Hosen" sind, seit ich sie das letzte Mal sah (das war 1992 in Waldbronn bei Karlsruhe) extrem professionell geworden. Da kommt Campino mit geföhnter Durcheinander-Frisur auf die Bühne und hat ein Hemd an, an dem man noch die Bügelfalten sehen kann; das auf die Bühne gestellte Dosenbier (Modelo Especial und irgendeins, auf dem D 4 stand) wird von ihm nur aufgerissen, er nimmt allerhöchstens einen Schluck und wirft die Dose dann ins Publikum (ebenso wie die bereitgestellten Wasserflaschen); ab und zu geht Andi mal heimlich zu einer Box im hinteren Teil der Bühne und nimmt einen tiefen Schluck einer Flüssigkeit, die so aussieht wie Gatorade oder O-Saft - und die anderen Gitarristen trinken während des knapp zweistündigen Konzertes keinen Schluck Wasser, Bier oder sonstwas (jedenfalls sah ich das nicht). Als die Jungs am Ende des Konzertes etwa 3 Meter von mir entfernt (und hinter der Absperrung) an mir vorbeigingen und ich laut "Ja, sind wir im Wald hier, wo bleibt unser Altbier?" sang/brüllte, zeigte keiner eine Reaktion, und alle gingen wortlos vorbei in die camerinos; sie schauten nicht einmal, wer da gerade gebrüllt hatte.

Campino hatte einen wohlkontrollierten Ausflug ins Publikum per Stage Dive, bei dem er von mehreren guaruras sofort an den Beinen festgehalten wurde, um nicht ins Publikum gezogen zu werden. Er goss sich eine Dose Bier über den Kopf, die noch minutenlang an ihm heruntertriefte, als er schon längst auf die Bühne zurückgekehrt war.

Campino kann 3 - 4 Worte spanisch, aber Breiti spricht es sehr gut und wurde immer vorgeschickt, wenn es was zu erklären gab, das über "muy complicado", "muchas gracias" und "yo no soy marinero" hinausging. Breiti war auch derjenige, der sich nach dem Konzert (das pünktlich um kurz vor 0.00 Uhr endete) als einziger den Fans stellte und bereitwillig Fragen beantwortete (und genau wußte, was er erlauben wollte und was nicht).

Alles in allem fand ich es ein gelungenes Konzert mit viel Spaßfaktor; ich denke, jeder kam auf seine Kosten, auch die geschniegelten Männer in ihren feinen Hemden und die herausgeputzten Mädels in Kostüm und Nylon-Strumpfhosen, die so aussahen, als ob Bryan Adams für sie schon Heavy Metal wäre. Die "Hosen" sind keine Punks mher, sondern gewiefte Geschäftsmänner, die wissen, wovon sie leben, und was sie ihrem Pubikum schulden, ohne sich selbst gesundheitlichen Schaden zuzufügen - na, die jüngsten sind sie ja mittlerweile auch nicht mehr: um die 50 werden sie sein, und möglicherweise singen sie deshalb nicht mehr das "Wort zum Sonntag", wo es heißt: "Ich bin noch keine 60, und ich bin auch nicht nah dran, und erst dann werde ich erzählen, was früher einmal war..."

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Donnerstag, 12. November 2009

Die "Hosen" in Mexico


Heute erfahren: am 21.11.09 (also nächste Woche Samstag) spielen die Toten Hosen aus Düsseldorf im Salón Tijuana im oder am Goethe-Institut in Mexico City (siehe Updates unten).

Na, wenn das nicht ein Grund ist, doch mal am Samstag in die Stinke-Stadt zu fahren (zumal die Tickets nur 200 Pesos kosten)...

(auf das Bild klicken, um zur hochauflösenden Version des Konzert-Plakats zu kommen)

Update vom 18.11.09: Heute wollte ich mein Ticket an der taquilla des Salón Tijuana kaufen. Als ich dort ankam, sah ich, dass da gerade (um-) gebaut wird. Anscheinend hat der Laden dichtgemacht und nun wird da eine Disco (o.ä.) eingerichtet. Ein Mann, der dort arbeitete und den ich nach dem Konzert fragte, meinte nur: "Geh' zum Rock Shop; die wissen mehr. Das Konzert wird wahrscheinlich hier nicht stattfinden." - also stiefelte ich dorthin, kaufte mein Ticket (übrigens gibt's die nur dort - nächste ÖPNV-Station: Metrobús Sonora) und fragte den Jüngling hinter'm Tresen, was er wüßte.
Kurz: er wußte nix, gab mir aber die Telefon-Nummer seines Ladens mit der Bitte, doch morgen oder übermorgen anzurufen und nachzufragen. Vom Veranstalter wußte er (noch) nichts über Konzertsaal- oder Termin-Änderung.

Update vom 19.11.09: Das Konzert findet wohl entweder auf dem Parkplatz oder im (sich im Umbau befindlichen) Gebäude des Goethe-Instituts statt; Meldung hier. (Danke, speedymiguelito!)
Morgen werde ich das mit einem Anruf beim Rock Shop zu bestätigen versuchen.

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Donnerstag, 29. Oktober 2009

Und meine Milch...?

Heute morgen war ich gerade dabei, meine Sieben-Sachen einzupacken, um mich auf den Weg zur Arbeit zu machen, als meine Frau in die Küche kam und meinte: "Die Kleine ist schon wach. Sag' ihr doch einfach noch adios bevor Du gehst."

Ich ging also zu ihrem Zimmer, klopfte an die Tür, öffnete, und als sie mich sah, sagte sie mir nur mit großen Augen: "Mi agua...?"

Ich konnte mir ein erstauntes Lachen nicht verkneifen.

Was war passiert?
Meine Frau war vorher schon bei ihr im Zimmer und hatte ihr versprochen, nur schnell in die Küche zu gehen, um ihre Milch zu holen. Als also jemand an die Tür klopfte, vermutete unsere Tochter eher meine Frau mit dem Milchbecher als den Papa, der ihr nur einen Kuß geben wollte.

Kinder können so grausam sein... ;-)

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Freitag, 23. Oktober 2009

... äh, was? (IV)


Den Fehler auf diesem Aushang an einem kleinen Restaurant hat wahrscheinlich noch nicht mal der Besitzer bemerkt.

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Sonntag, 18. Oktober 2009

Gemischter Plural

Ich spreche mit meiner 2-jährigen Tochter nur deutsch, während die ganze andere "Umwelt" mit ihr nur auf spanisch konversiert. Trotzdem hat sie verschiedene deutsche Wörter in ihren Wortschatz (der ständig wächst) aufgenommen.
So gibt es -auch im Umgang mit Spanisch-Sprechenden- Buch und Ball (beides einfacher auszusprechen als Libro und Pelota); Agua verwandelt sich in meiner Gegenwart in Wasser; ein bekanntes deutsches Krokodil (das aus dem Lied) hiess zunächst "Ei" (nach dem Liedtext: "...zuerst, da war ich noch ein Ei,...") und nun "Nappi" (übrigens heißen alle Krokodile so); "Pippi Langstrumpf" ist immer noch eins der Lieblingslieder, die der Papa (nicht: Papá) öfter singt (singen muss).

Letzte Woche verblüffte sie uns aber ganz besonders. Wir saßen im Wohnzimmer, als sie plötzlich auf ein Regal zeigte und laut sagte: "Buchos!"
Zuerst kapierte ich gar nicht, was sie meinte, aber dann wurde es mir klar: das Regal ist voller Bücher, und die Mehrzahl von Buch ist... na? - Buchos!

Ist doch logisch, oder?

P.S. Solange sie nicht irgendwann mit "Wochos", "Pommos" und "Würzos" ankommt, ist alles gut... ;-)

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Freitag, 16. Oktober 2009

Männer-Emanzipation

Als ich Anfang 1995 mein Studium beendete sah es auf dem Arbeitsmarkt für Ingenieur-Kartographen nicht rosig aus. Der Boom nach der Wiedervereinigung, bei der die Leute schon vor Ende ihrer Diplomarbeit weg-kontratiert wurden, war vorbei und viele standen, wenn nicht auf der Strasse, so doch auf der Abschussliste.
Von meinen Kommilitonen waren es die Frauen, die zuerst (und fast ausschliesslich) eine Arbeitsstelle fanden.

Warum?
Na, grösster Arbeitgeber war der Staat, und der hatte die ach-so-heilbringende Frauenquote eingeführt, um den Anteil von Damen auf den Ämtern zu erhöhen und so den Anschein von Gleichberechtigung zu erwecken. In allen Stellenausschreibungen stand etwas von "...bei gleicher Eignung werden Frauen bevorzugt...", was in der Praxis soviel hiess wie: "es können sich 1000 Männer auf die Stelle bewerben und nur eine Frau, und wenn die Frau die gleiche Qualifikation hat, kriegt sie den Job und die ollen Macho-Schweine Männer gucken in die Röhre." - ...eine schöne "Gleichberechtigung"...

Aber es scheint, die Politik hat endlich (knapp 15 Jahre nachdem (auch) ich "Opfer" dieser Regelung wurde) begriffen, dass Männer (und Jungs) schon seit langem benachteiligt werden: in den Koalitions-Verhandlungen von CDU/CSU und FDP wurde beschlossen, demnächst Männer zu fördern.

... ob in Zukunft Frauen so betitelt werden wie wir Anfang der 1990er?
So im Stile von "Chauvinistin", "Macha-Sau", "Frauen-Schwein", ...? - Bekommen wir nun endlich auch einen "Internationalen Männer-Tag"?

;-) LOL

(mehr Info dazu auf SPON)

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Mittwoch, 14. Oktober 2009

Stubenrein


Seit einer guten Woche ist unsere Tochter windelfrei (nur nachts hat sie noch eine "Nacht-Unterhose" (= Wegwerf-Windel) an, weil sie die lange Zeit noch nicht durchhält). Nur eine Woche hat sie gebraucht, um "stubenrein" zu werden; allerdings muss sie recht schnell "bedient" werden, wenn sie mal muss, sonst geht's in die Hose. Sie öffnet selbständig die Toiletten-Tür (wir haben europäische Klinken zum Runterdrücken, an die sie gut rankommt), zieht sich Hose und Unterhose runter, hebt den Deckel ihres Kinder-Klos hoch und setzt sich.

Vorletzte Woche, wir waren auf eine Taufe eingeladen, hatten wir das Kinder-Klo in einer grossen Stofftasche dabei. Plötzlich sagte sie: "Pipi", und sah dabei so aus, als ob sie es nicht mehr lange aushalten würde. Ich rückte ein paar von den be-bettlakten Stühlen als Sichtschutz zusammen, und sie setzte sich. Als es dann kurz darauf etwas stärker zu riechen begann, und wir bemerkten, dass sie "del dos" (= Häufchen) gemacht hatte, packte ich das Klo eilig wieder in die Tasche, um schnell zur Toilette zu laufen und dort das "Paket" abzuladen...

(auf dem Foto wird gerade ein Stoff-Tier zum Windel-Wechseln vorbereitet, denn es hat schon wieder Pipi gemacht...)

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Montag, 14. September 2009

... äh, was? (III)


Noch so ein Hingucker, bei dem man erst überlegen muss, was das bedeuten soll...

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Samstag, 12. September 2009

Selbstmord

Dienstag morgen, ich stand in der vollen Metro, bremste der Zug abrupt im Tunnel zwischen Potrero und La Raza und alle Lichter gingen aus (und mit ihnen der Ventilator, so dass es nach kurzer Zeit nach feuchten Jacken und Urin müffelte). Gut drei Minuten herrschte absolute Stille in der Dunkelheit, nur das leise Wummern der Bässe der iPods war zu hören.
Dann hörte man Stimmen draussen im Tunnel; sie riefen durcheinander "Sind die Passagiere OK?", "Nix weiter passiert?" und "Ruf den Krankenwagen". Ein Mann in meiner Nähe brummte was von "Da hat sich bestimmt einer vor den Zug geworfen.", - und ja, kurz darauf hörten wir: "Ist er tot?" - "Ja, fahr' mal ein Stück zurück.", woraufhin sich der Zug (immer noch ohne Licht im Inneren) ein paar Meter rückwärts bewegte.
 
Gut 15 Minuten verharrten wir in der Dunkelheit, bis endlich Licht und Ventilatoren wieder angingen und der Zug langsam in der Station La Raza einlief. Als wäre nichts geschehen, öffneten sich die Türen und Leute steigen aus und ein. Dann ging es weiter; business as usual.
 
Auch jetzt hängt mir das Ereignis noch nach, obwohl ich nichts gesehen habe.
Wie verzweifelt muss man sein, um sich auf die Gleise zu werfen? Wie fühlt man sich als Zugführer, wenn man gerade jemanden überfahren musste?

(hier die Nachricht)

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Freitag, 4. September 2009

Bei der Eltern-Versammlung

Heute morgen war die erste reunión de padres im neuen Kinderhort meiner Tochter. Die Regional-Direktorin des DIF (dem der Hort angehört) war da, und wäre in einem Moment nicht protección civil aufgetaucht, um sie zu beschützen -so schilderte es meine Frau, denn ich war nicht dabei- dann hätten sie sie glatt gelyncht.

Warum?
Es gibt eine neue Hort-Leiterin, von der man nicht weiss, ob sie durch Beziehungen an den Job gekommen ist (hier fand gerade Bürgermeister-Wechsel statt und da ist es (leider!) üblich, dass alle möglichen Familienmitglieder und Kumpels des presidente municipal irgendwo "untergebracht" werden) oder ihres Könnens wegen; es gibt -zwei Wochen nach Schulbeginn- immer noch kein Erziehungs-Programm für das Schuljahr; es scheint, eine der Kindergärterinnen hat gar keine entsprechende Ausbildung (und war vorher Putzfrau des Horts); es gibt keinen Speisesaal für die Kinder, weil das Mobiliar für die zwei Gruppen benötigt wurde, die neu formiert wurden; usw. usf. - und zu allem Überfluss kam irgendwann eine Mutter in den Saal gerannt und rief: "Man serviert den Kindern das Frühstück aus Eimern!" - woraufhin eine Horde Eltern aus dem Saal stürmte, um mitanzusehen, wie das huevo a la mexicana mit großen Löffeln auf die Teller der Kinder geschaufelt wurde.

Ansonsten gab es das übliche Gemeckere und Gezetere, dass die Kinder (hier wurde über 1- bis 5-Jährige gesprochen!) doch Ballett- oder Volkstanz-Stunden haben sollten, ihnen Englisch beigebracht werden soll oder computación (wobei ich mich frage, was ein 3-Jähriger am Rechner soll...).
Nur meine Frau und ein Vater, dessen Frau Pädagogin ist, waren dagegen - alle anderen schwafelten was von "fitmachen für den Konkurrenz-Kampf" (als ob "pollo - chicken, gallina - hen" oder wildes Rumgehacke auf Tastaturen steinalter XT-Rechner da irgendwas ändern würde...).

Arme Kinder - noch ärmere Eltern.
Weil sie keine Zeit mehr für ihre Kinder haben (wollen), müssen ihre Sprösslinge Englisch und Computer lernen anstatt zu spielen... - und wenn Fragen aufkommen, können Papa und Mama nicht helfen. Wie gesagt: 1- bis 5-Jährige.

Wie das wohl wird, wenn sie 13 sind? - Aber nee, hier ist Mexico... - mit 13 hat man mit lahmem Vorankommen im Lernstoff und Schulausfall (puentes, huelgas, monatliche, völlig unnötige "Lehrer-Versammlungen", etc.) so viel Zeit vertändelt, dass man auf dem Niveau eines Dritt-Klässlers in Deutschland ist.

Jedenfalls ist meine Frau nun Angehörige eines 5-köpfigen "Kontroll-Komitees", das prüft, ob in dem Hort alles in Ordnung ist und dessen Mitglieder auch unangekündigt kommen dürfen.
Mal sehen, was daraus wird...

(andere Mexico-Blogger zum Thema: cabronsito und Andreas)

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Sonntag, 30. August 2009

Vorfreude (II)

Am Freitag Morgen waren wir bei der VIFAC geladen, wo wir momentan Anstrengungen machen für die Adoption eines zweiten Kindes.

Uns wurde die Entscheidung des Adoptions-Gremiums mitgeteilt. Ergebnis: wir sind indoneos und werden demnächst ein Kind "zugeteilt" bekommen.

Unsere Vorfreude ist riesengross. Das ist so, wie schwanger zu sein, nur dass man nicht genau weiss, wann es soweit ist mit der "Geburt"... - es kann morgen sein oder in 6 Monaten.

Ein Babyshower wird organisiert... :-)

P.S. Hier noch ein kleines Foto unserer primogenita (ebenfalls adoptiert). Sie ist ein wahrer Schelm - und gleichzeitig die liebste Tochter der Welt...

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Donnerstag, 27. August 2009

Bergtour


Dieses Foto von Andreas habe ich soeben zufällig (ehrlich!) im Fotolink seines Blogs gefunden.

"Das bin ja ich...", dachte ich, als ich es sah, "von hinten".
Man bemerke meine sexy Beine, den guten, alten, treuen, unkaputtbaren Lowe-Rucksack von 1985 (!) mit den von Freunden einer Freundin in Rumänien gefertigten Seitentaschen (die mich 1994 ganze 5,- DM gekostet haben); mit 1997 aufgenähter Canada-Flagge (ich gebe zu: ich bin Fan); mit den Lowa-Trekking-Stiefeln von 1997, die just auf dieser Wanderung (in noch verhehrenderer Weise als Andreas' BW-Stiefel) ihren Geist aufgaben (und mir sprichwörtlich an den Füssen zu Staub zerfielen).
Dazu trug ich (und werde es weiterhin tun; da wird gestopft werden bis sie auseinanderfallen, weil es meiner Ansicht nach keine besseren gibt) die grauen Wollsocken aus meiner Grundwehrdienst-Zeit 1988/89, "Plastik-Shorts", die ich mir 2007 in Vancouver gekauft habe und ein paar (völlig unmoderne) Schweissbänder, die ich mir für die "Izta 2007"-Tour zugelegt hatte.

Ach so: Wo ich da gerade stehe und zweifle?
Auf der Begrenzungs-Mauer eines Aquäduktes beim Aufstieg auf den Iztaccíhuatl, an der man gut einen Kilometer entlang läuft und bei dem es just an dieser Stelle rechts gut 15 Meter abwärts geht.
Ich denke, da ist ein kurzes Ausharren und Konzentrieren erlaubt, bevor man den nächsten Schritt tut, oder?

Ende dieses/Anfang nächsten Jahres wieder, Andreas?

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Mittwoch, 19. August 2009

Ruhe vor (oder nach?) dem Sturm

Seit Ende Juli ist es hier etwas stiller. Das hat zwei Gründe.

Zum einen wurde mir im Büro der Hahn halb zugedreht, d.h. bestimmte Seiten sind blockiert. Dazu gehören auch alle blogspot.com-Sites, und nur über iGoogle/Google Reader bekomme ich überhaupt zu sehen, was da so gebloggt wird. Kommentieren ist unmöglich und abends nach dem Nachhausekommen ist die Motivation, schon wieder am Rechner zu hocken, nicht besonders hoch.

Zum anderen habe ich in letzter Zeit doch länger vor dem Computer gesessen als es mir und meinem Schlaf-Haushalt gut tut. Ich habe mir in Eigenregie Kenntnisse im Open Source-CMS (Content Management System) Joomla! angeeignet und mein (zugegebenermaßen etwas vernachlässigtes) Projekt Mexiko entdecken umgestaltet und erweitert.

Seit vorgestern Nacht ist "Mexiko entdecken 2.0" (so der interne Arbeitstitel) online und darf begutachtet und kritisiert werden. Der Plan ist, 2x im Monat -auch wenn es nur eine Kleinigkeit in der Rubrik "Notizblock" ist- anzufügen. Mal sehen, wie das zeitlich bei mir hinkommt.
Natürlich fehlen Details, und das eine oder andere wird hoffentlich mit der Zeit mittels components, modules und plugins besser gelöst werden können.

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