Montag, 28. Mai 2007

Harmloses Asbest


Die Stadt-Regierung meines municipios (drei mal dürft Ihr raten, welcher Partei sie angehört... - kleiner Tip: die PAN-Farben sind blau und orange) macht's vor: die Deutschen übertreiben mit ihrer Angst vor Asbest (von wegen Krebserreger & so).
In "meinem" Ort wäre die ehemalige DDR-Volkskammer nicht abgerissen worden, sondern als Wohnraum an bedürftige Familien verteilt und diese heldenhafte Tat groß auf Plakaten und Hauswänden selbst-beweihräuchert und -beklatscht worden.

Lang leben die Asbest-Bewohner!
(ob sie wohl im Ernstfall in das Hospital Regional von Ecatepec in der Sosa Texcoco gebracht werden?)

[/sarkasmus]

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2 Kommentare:

Blogger Miesepeter schrieb...

Es ist ein Unterschied, ob man sich Asbestzementplatten aufs Dach legt, oder zum Brandschutz und zur Daemmung Asbestfasern aufsprizt. Aber das nur am Rande.

Pro Familie wurden also 15 Platten vergeben. Damit koennen (Standardmasse von 1,00 m x 3,05 m angenommen) ca. 40 m2 Flaeche abgedeckt werden. Glaubst Du, das Familien die auf 40 m2 leben sich den Luxus leisten koennen ueber eine potentielle Krebsbelastung durch Asbestfasern zu sinnieren. Wohl kaum.

Das sie der Partei dankbar sind und dies bei der naechsten Wahl hoechstwahrscheinlich in ihr Kalkuell mit einbeziehen werden schon eher.

29. Mai 2007 um 02:39  
Blogger rolandmex schrieb...

Glaubst Du ernsthaft, dass es einen Unterschied macht, ob der Asbest in der Wand ist oder auf dem Dach liegt? Die láminas kommen ohne anderen Dämmstoff gleich auf die Dachlatten und darunter ist dann das Sofa und der Fernseher.

Ich weiß nicht, wo Du lebst, aber 40 qm ist jede Menge Wohnraum!
Unser erstes "Lego-Haus" (wie Andreas so schön sagt) hatte 42 qm - und zwar auf 2 Stockwerken. In solchen Häuschen leben bis zu 5-köpfige Familien, und die sind -weil sie genügend Einkommen hatten, um einen INFONAVIT- oder FOVI-Kredit zu bekommen- bestimmt nicht bedürftig.

Die Kritik geht nicht in Richtung der Menschen, die den Asbest annehmen (wir wissen ja, dass Mexicaner gerne vom Staat unterhalten werden wollen), sondern, dass die Regierung es rausposaunt nach dem Motto: "Guck mal, wir vergiften unsere Bürger vorsätzlich und brüsten uns damit." Weil aber kaum jemand um die Gefährlichkeit von Asbest weiß, wird das dem alcalde natürlich positiv ausgelegt.

Oh, wie schön ist Ignoranz!
(und: oh, wie blöd ist die lokale Presse und die Opposition, die daraus Kapital schlagen müßte)

29. Mai 2007 um 13:36  

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