Dienstag, 12. Juni 2007

Windel-recycling

Wer ein kleines Kind hat, braucht etwas, in das die/der Kleine ihre/seine "Geschäfte" verrichten kann, weil sie/er ihre/seine Schließmuskel noch nicht steuern kann. (Fast?) Alle greifen in diesem Fall zu Windeln; die allermeisten zu den Einweg-Wegwerf-und-die-Umwelt-für-mehrere-hundert-Jahre-belastenden Pampers, Huggies, Kleen-Bebés und wie sie alle heißen.

Das muß nicht sein! (man stelle sich diesen Satz mit vorwurfsvollem Blick aus Clementine Ariel's oder Herrn Kaiser's Mund vor...)

Außer der Alternative, selbst Stoff-Windeln zu nähen und diese zu benutzen (was, wie ich mir vorstellen kann, eine chinga sehr viel Arbeit ist), gibt es jetzt (oder besser: schon seit einiger Zeit) wiederverwendbare, individuell größenverstellbare Windeln aus hautfreundlichem Synthetik-Stoff mit ebenfalls waschbaren inlays, die so ähnlich funktionieren wie Frauen-Binden (gute Saugfähigkeit, die Feuchtigkeit vom Körper wegführt, aber ohne all die chemischen Zusätze).

Soweit die Werbung. ;-)

Auf einer expo bebé im WTC vor zwei Wochen haben wir uns das mal vorführen lassen, und ja, das sieht gut aus. Mit Hilfe von Druckknöpfen kann die Windelgröße von Super-Mini- bis "Dicke-Kinder-von-Landau"-Größe verstellt werden; es gibt zwei verschieden große inlays (je nach Größe des Kindes), die man in eine "Tasche" auf "Abfluß"-Höhe einlegt.
Billig sind die Teile nicht: pro Stück, inkl. inlay, um die 300 Pesos. Laut Verkäufer braucht man zwischen 10 und 15 Stück, um immer ausreichenden Vorrat zu haben. Ab 9 Stück bekommt man einen Rabatt.

Aber obwohl wir hier von 3000+ Pesos reden, kenne ich Leute, die das pro Monat an Wegwerf-Windeln verbrauchen und mit diesen nicht nur ihr Müllvolumen verdoppeln, sondern auch die Umwelt ein paar hundert Jahre mit den Exkrementen ihres Kindes beglücken (naja, die Exkremente werden schnell verschwinden, der ganze Plastik-Kram der Windel aber nicht).

Was die Qualität bzw. die Praktikabilität angeht, hat sich meine Frau etwas informiert, und obwohl es einige wenige Mütter gibt, die nicht zufrieden sind (zu viel Arbeit mit der Wascherei), sind die meisten Erfahrungen positiv.

Und: klar ist es nicht immer praktisch, diese Windeln zu benutzen. Ich z.B. wollte auf einer Reise nicht ein paar "Stinkbomben" im Auto haben. Aber bei Benutzung im Alltag kann man schon jede Menge Müll vermeiden und damit etwas für die Umwelt tun - und viel Geld sparen.

...ach so: wo man sie bekommt? Bei ¡Hola Bambino!

P.S. Soeben gefunden: die Konkurrenz: tikibá

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4 Kommentare:

Blogger Sven schrieb...

¡ La sensación en EUA y Europa por fin en México y LA !

Aha... Da muessen aber erstmal bessere Waschmaschinen hier eingefuehrt werden, damit das auch alles so sauber wird wie's soll. Oder halt ab in die Lavanderia und selbst Hand anlegen (wozu haben die Becken hier denn schliesslich noch die Schrubb-Riffel-Dinger... ;)

Fuers kleine Geschaeft sicher ne gute Idee, aber Umweltschutz hin oder her: Bei grossen Geschaeften sind die Wegwerf-Windeln unschlagbar.

Sven
(Ex-Zivi in KiTa und daher windelerfahren)

12. Juni 2007 um 16:07  
Anonymous Nicole schrieb...

Ich stimme da Sven voll und ganz zu. Und was hast Du für Freunde? Ich gebe mit 2 (in Worten zwei) Windelkindern wenn es hochkommt max. 1000 Pesos aus und das ist schon hochgegriffen.
Aber viel Spass mit den "Ökowindeleinsätzen"

12. Juni 2007 um 18:04  
Blogger Andreas Bohn schrieb...

Wir standen vor einem knappen Jahr auch vor der Entscheidung und wollten es eigentlich mit einfachen, selbstgenähten Stoffwindeln probieren, sowohl zwecks der Umwelt als auch dem Geld. Eine Freundin riet uns aber davon ab, weil ihre Tochter damit Probleme mit der Haut bekam. Das Problem bei Stoffwindeln ist wohl, dass sie die Flüssigkeit zwar aufsaugen, bei Druck aber wieder abgeben, halt wie ein Schwamm. Somit ist Babys Haut eben doch etwas feucht, wenn man nicht rechtzeitig wechselt, bei Einweg-Windeln hat man da einen gewissen Vorteil, die saugen ganz schön was weg und binden die Flüssigkeit auch dauerhaft, egal wie man draufdrückt.

Sicherlich kommt das mit dem Wund-werden auch auf die Haut des Babys an, je nachdem, ob es eher sensibel ist oder nicht, vielleicht wäre eine Kombination aus Stoffwindeln am Tag und Einweg Nachts sinnvoll, vielleicht hält dieses Inlay ja auch, was die Werbung verspricht und ist wirklich besser, als selbstgemachte Windeln aus einfachem Stoff.

Wir haben uns für Einweg entschieden und kamen nach verschiedenen Versuchen zu Pampers, billigere Marken waren nicht so trocken und teurere brachten keinen Vorteil, der das Geld wert wäre. Wir brauchen eine "Pampers Nocturno" für die Nacht und etwa 5-7 "Pampers Total Protect" pro Tag. Genaue Preise habe ich zwar gerade nicht im Kopf, aber ich glaube mich zu erinnern, daß die Teile pro Stück irgendwas um die 2-2,50 Peso kosten. Somit käme ich bei 8 mal 2,50 auf 20 Peso am Tag, macht 600 Peso im Monat. Das soll keine Werbung sein, weder für die genannte Marke noch für Einwegwindeln an sich, ich wollte nur mal ein paar Zahlen zum Thema liefern.

13. Juni 2007 um 08:52  
Anonymous Svenja schrieb...

Als berufstätige mutter eines 8monatigen Zwerges muß ich sagen, Wegwerfwindeln stehn bei mir an 1. Stelle.
Ich bin auf einige "Betreuungshilfen" den Tag über angewiesen. Wenn ich diese freundlichen Hilfen (viele gratis) noch darum bitten müßte die 5 Windeln bis abends aufzuheben, damit ich sie dann mit nach Hause schleppe zum Waschen, ich glaube die Anzahl dieser Hilfen würde schnell rapide schrumpfen.
Auch muß ich zugeben der Naßeffekt des Popos ist bei den guten Wegwerfwindeln bei meinem Zwerg gleich null. Selbst nachts.
Und ein wunder Kinderpopo läßt dich nachts nicht schlafen und das aufstehen um 5:30 früh wird zur Qual.

Svenja

14. Juni 2007 um 05:28  

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