Dienstag, 23. Oktober 2007

Windel-recycling (II)

Als ich das Thema einmal ansprach, kriegte ich ja ordentlich auf die Mütze. Ich zog es vor, erst einmal den Mund zu halten, bis ich eigene Erfahrungswerte vorweisen könnte - und das kann ich jetzt (es spricht "Windel-Wechsel-Experte" Roland I. - mit wahnsinnigen 11 Tagen Erfahrung ;-) ).

Die Dinger funktionieren prima - und, was noch besser ist: keine (in Zahlen: null) rozaduras; Cremas und/oder talco brauchen wir nicht.
Die Kleine hat keine vom Gummi-Zug der Einweg-Windeln verursachten Markierungen an den Beinen; wenn sie gepieselt hat, dann riecht man das sofort beim Windelöffnen (nicht so wie bei den Wegwerf-Dingern, deren Parfum alles übertüncht und man desöfteren versucht ist, die Windel einfach wiederzuverwenden).

Nachteil: man muß alle Nase lang waschen (oder genügend Windeln kaufen, um dies nur alle paar Tage tun zu müssen); die mit "Festbestandteilen" "dekorierten" Windeln muß man gleich nach dem Wechseln kurz im lavadero auswaschen, damit da nichts kleben bleibt.

Eine Freundin, Finanz-Bankerin und gerade zum zweiten Mal Mutter geworden, hat das Ganze auch mal vom Kosten-Nutzen-Standpunkt betrachtet. Laut ihren Berechnungen kosten die drei Jahre, die das Kind Einweg-Windeln benutzt, etwa 11.000 Pesos (+ jede Menge biologisch schwer abbaubarer Müll), während die wiederverwendbaren (18 Stück) nur mit knapp 4.000 Pesos zu Buche schlagen.

Wenn's auf "Reise" außerhalb des Hauses geht, verwenden wir Einweg-Windeln; das wäre dann doch -je nachdem, wie lange wir von zuhause weg sind- etwas zu aufwendig (und apestosito).

Aber ich will hier niemanden bekehren; das darf gerne jeder so handhaben, wie er/sie es für richtig hält. Und während die Wegwerf-Fraktion mit dem verursachten Müll (oder vielmehr mit dem schlechten Gewissen deswegen) leben muß, werde ich einen erhöhten Wasserverbrauch haben - welcher aber, wenn ich es schaffe, für die Waschmaschine in hoffentlich naher Zukunft Regenwasser zu verwenden, heruntergeht und ich so mein schlechtes Gewissen etwas beruhigen kann.
Übrigens ist zum Windelwaschen kein Weichspüler (= sehr schwer -in Mexico fast unmöglich- aus dem Abwasser zu entfernen) nötig.

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2 Kommentare:

Blogger Andreas Bohn schrieb...

Find' ich toll, daß Du es ausprobierst.

Und es freut mich natürlich, dass es bei Euch funktioniert.

(Es spricht ein Windel-Wechsel-Experte, auf dessen Gewissen der Müll von über 300 Tagen Erfahrung mit Einweg-Windeln lasten)

23. Oktober 2007 um 14:12  
Anonymous Sphynx schrieb...

Es geht auch ganz ohne wickeln (guckt mal bei www.topffit.de), aber mir war das offen gesagt zu abenteuerlich. Dafür beginnt gerade unser "Toiletten-Training" *hmpf*... Weichspüler ist eine der überflüssigen Erfindungen und hat insbesondere an Babywäsche nichts verloren! Ich nehme einen Schuss Essig, der Geruch verliert sich beim Spülen. Im übrigen bin ich über die Vergleichsrechnung erstaunt, weil ich bisher nur Zahlen gesehen habe, die sich nicht so dramatisch unterschieden haben - und da habe ich mich eben für die Einweg-Windeln entschieden. Da sieht man mal, was schlechte Infos alles verursachen...

23. Oktober 2007 um 16:33  

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