
Auf meiner Canada-Reise hatte ich die "Ehre", auch US-amerikanischen Boden betreten zu dürfen (wenn auch nur zur Durchreise); konkret: in Los Angeles und Seattle wechselte ich Flugzeuge.
Dass man am
Flughafen LAX bei der Einreise nicht gerade zimperlich behandelt wird, ist ja bekannt; im Gegensatz zu manch anderem Reisenden fand ich die
Homeland Security-Prozedur nicht so schlimm. Fingerabdruck des rechten und linken Zeigefingers, einmal Brille abnehmen und in die billig aussehende
"Logitech-type" Kugel-WebCam reingucken (wobei mich mal interessieren würde, welche Auflösung diese Kamera hat; schließlich wird damit angeblich die Iris aufgenommen*); ein paar blöde Fragen, was man im "heiligen" Amiland so will (Antwort:
"So schnell wie möglich wieder raus!" "Durchreisen bis nach Canada.") - fertig.
Das Gleiche passierte auf der Rückreise; das einzige, was mir nicht gefiel (bis auf die blöde Anmache einer
"Security Officer"-chick, weil ich mein
iBook nicht ungefragt in einen separaten
tray durch die
X ray-Sperre laufen ließ), war, dass der Fluglinien-Bedienstete mir beim Einstiegen in den Mexico-Flug meine grüne, im Paß eingeheftete
Visa Waiver-Karte so hastig rausriß, dass ich jetzt ein Loch auf der Seite habe.
Als ich zu Hause ankam und mein Gepäck öffnete, fand ich einen Zettel der
"Transportation Security Administration" (TSA), auf dem mir mitgeteilt wurde, dass die
Gabacho-Behörden aufgrund irgendwelcher
nach Ermächtigungsgesetz-Art durchgeboxter Gesetze (namentlich:
"Aviation and Transportation Security Act of 2001") das "Recht" haben (oder besser: sie sind dazu "verpflichtet"), (fast) jedes eingecheckte Gepäckstück zu durchsuchen und meine Tasche zu den "Auserwählten" gehörte.
Offenbar hatte man meine
"TSA approved" Vorhängeschlößchen geöffnet, das Gepäck durchwühlt (wenn nicht komplett ausgepackt) und nach
"prohibited items" (was immer das sein mag... - ob der Koran oder Marx' Manifest wohl dazugehört?) gesucht.
Bull's-Eye BBQ Sauce,
Maple Syrup und vakuumverpackter canadischer
Pacific Sockeye Salmon gehören nicht zu den verbotenen Dingen: sie waren noch da - ebenso wie alles andere (größtenteils Klamotten). Freundlicherweise wurde mir eine
"notice of baggage inspection" eingelegt mit dem Hinweis, dass die
TSA die oben genannte "Pflicht" hat, aber nicht verantwortlich ist, wenn was fehlt oder beschädigt wurde (das kenne ich doch irgendwoher? War da nicht was mit Straffreiheit für US-Soldaten trotz bewiesener Kriegsverbrechen?).
Sicherheit ist ja in Ordnung und von den paranoiden
Gringos (erinnert sich einer an den
Ausschnitt aus South Park zur Geschichte der USA in
Bowling for Columbine?) erwartet man ja nichts intelligentes (dazu schreibe ich später noch mal was), aber wenn man das Bedürfnis verspürt, mein Gepäck zu durchwühlen, erwarte ich eigentlich, dass man das in meiner Anwesenheit tut (so wie in Europa).
Hinterhältiges Schnüffeln (oder sind die
TSA officers etwa heimliche Schmutzwäsche-Fetischisten? ;-) ) halte ich für ethisch bedenklich; trotz solch sinnfreier Sprüche wie auf dem
TSA-Blättchen (wörtlich:
"Smart Security Saves Time" oder auf spanisch:
"La seguridad inteligente ahorra tiempo").
P.S. Was wäre denn passiert, wenn man
"prohibited items" (z.B. eine Spraydose oder -noch schlimmer!- cubanische Zigarren oder ein Foto von Mao oder Osama (nicht: O
bama)) gefunden hätte? Hätte man mich dann mit Hilfe der vorher aufgenommenen persönlichen Kennzeichen und Daten ausfindig gemacht, mit an die Zähne bewaffneten
Starship Troopers ;-) gejagt und mit Maschinengewehren und
Tasers niedergestreckt?
*Ich lerne, dass ein Frontal-Foto des Gesichts aufgenommen wird.
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